4te Advent

4.
Advent Adven Adve Adv
 
Vorbei vorbei die plackerei.
Geschenke gab es heuer genug
Späße gemacht und viel Unfug.
 
Der runde Bauch wie letzte Woche
Spannt den Gürtel im letzten Loche
Fettige haut und dicke Pickel
Jucken tut auch der Baumwollunterhosenzwickel.
 
Ein Geschenk von Tante Frieda,
ausklingen nun die Weihnachtslieder.
 
Der Blick in den Spiegel welch ein Schreck
Einige Zähne sind jetzt weg.
Verdammte süße Zeit Advent.
Holen wir raus das Kukident.
 
Doch Halt! Moment passt schön auf,
die Verschwörung nimmt jetzt ihren Lauf.
 
Denn beim Wort „Advent“ für unseren Zweck
Nehmen wir ein paar der Buchstaben weg.
Das V und das A sind nun hinüber,
das D schieben wir zum ENT herüber.
 
Lesen wir erstaunt das neue Wort
„DENT“ wie Zahn, und genau die sind fort.
 
Ist Advent nur eine List
Der Zahnärzte, damit man viel süßes Frist?
Ja, meine Herren es ist vorbei,
mit der schönen Nascherei.
 
Ab heute gibt es Portionen drei
Leckeren faden Milchgriesbrei.
 
„Da sitzt du nun du armer Thor
und bist so Zahnlos wie nie zuvor.
Benutzte Zahncreme und Zahnseide gar
Und putztes an die 50 Jahr
Herauf herab und quer und krum
Die Bürste in deinem Munde herum“
 
Dunkle Wolken im Schädel kreisen
Das Blut in sich hart und kalt vereisen.
Das Gesicht verhärtet die Stirne kraus.
„Morgen bricht die Rebellion aus“
  
Der nächste Tag mit Griesbrei begonnen
Steht er jetzt auf der Straße noch immer besonnen
Dem Komplott ein Ende zu bereiten
Denn hier geht es nicht um Kleinigkeiten.
 
Die Ehre des Mannes steht auf dem Spiel
Und auch der Frau und das nicht zuviel.
Denn welche will denn das schon müssen,
einen Mann ohne Zähne – den auch noch küssen.
 
Es gilt natürlich auch das Andere dann,
Frau mit Frau und Mann mit Mann.
 
Wie gesagt er steht schon da
Vor der Zahnarztpraxis, die abgeschlossen war.
Dies vergaß der Held ganz einfach und schlicht
Denn am Feiertag behandeln Zahnärzte nicht.
 
Unserem Helden war das ganz egal,
mit geschwollener Brust und ohne Schaal,
auf zwei Beinen ja nicht auf vieren
er war bereit, konnte nicht verlieren.
 
Bis hierhin war er nun gekommen
Und hatte einen Zettel mitgenommen.
Auf diesen stand die Kampfansage
Er würde gewinnen, keine Frage.
 
Er räusperte seine Stimme sogleich
Und rezitierte mit goldener Stimme weich.
 
„Zwei Männer, beide gleich an Rang und Stand.
Einer sehr sauer, wie ihrs gleich erlebt.
Keiner ist mit dem einen verwandt
Der eine nur nach Zähnen strebt.
Und erst aufm Stuhl der Hass verklang
Mit neuen Zähnen, sein Leidensgang.
Und wie so der lange Hass zerfiel
Zeigt Euch ein kleines Zeilenspiel.
Und ich, wobei ich sehr auf Nachsicht zähle
Möchte das verbessern was im Mund mag fehle“
 
 
 
Held:    „Jetzt habe allsamt Achtung hier,
            Und höre was ich vorstelle dir.“
 
            „Heraus aus deinem Schatten reger Arzt.
            Des alten heilgen dicht belaubten Haus.“
 
            „Wenn Zähne die Nahrung der Liebe ist,
            so spielt fort, stopft mich voll damit.“
 
            „Jetzt muß ich bei Wasser und Brei bedenken
            oder sich an einen Nagel henken.“
 
            „Du Narr, komm raus bald ist Stund vertan.
            Nimmst immer noch Vernunft nicht an.
            Weißt nit recht Verteidigung zu suchen,
            Bald wirst verzweifeln und fluchen.“
 
Sein Haupthaar quoll gehen Himmel schmal
Gleich wird er zitieren H. v. Hofmannsthal.
Noch einmal holt er tiefe Luft
Da plötzlich erscheint der Arzt in weißer Kluft.
 
 
Arzt:            Was für ein Radau hier auf der Straß
            Was willst du, auf wen geht das?
Held:            Auf den der fragt allweil.
Arzt:            Bins nit bewusst für meinen Teil
            Weiß nit, für wen du mich willst nehmen.
Held:            In deiner Haut wollt ich mich schämen.
Arzt:            Gibst harte Wort mir ohn Gebühr.
            Dir geht’s nit wohl was ich kann ich dafür?
Held:            Für harte Stöß sind sanft mein Wort.
Arzt:            Wer stößt dich?
Held:            Oh, du ganz gewiß nich.
 
Irritiert blickte er den Helden an
Blinzelte und sagte dann:
 
Du, ja du wer bist du schon
Trifft ja nicht mal den richtigen Ton.
Schau dich an hör auf zu greinen
Häßlich bist du mit X – und O – Beinen.
Nase krumm keine Zähne im Maul
Schiefes Kreuz wie ein Ackergaul.
Gib deinem Leben eine Pause
Und verschwinde von hier, geh nach Hause.
 
Pause
Stille
 
Hast meine Warnung nicht vernommen?!
Dann gut, durch diese hohle Gasse musst du kommen.
 
Die Lippe zuckt – der Blick ist starr
„Ne, das hier läuft nicht wunderbar.“
Der Held schielt nun zum Zettel herüber
„Jetzt gehen wir zum Kampfe über!“
 
Ich rühre mich nicht von der Stelle hier,
1 Kilo Kartoffeln ein Sixpack Bier
Höre meine Worte, Sie werden dir schaden
halbes Kilo Fleisch ein Weizenbrotfladen
 
Friß meine Worte – mehr kannst nicht vertragen?!
Guckste blöd ja, haste nichts zu sagen?!
 
Die Luft war heiß trotz der Kälte,
der Arzt sagte nichts nach dieser Schelte.
Ungläubig blickte er drein
Dachte, „Das kann doch nicht sein?“
 
Unser Held mit Stolz besessen
Vom Siegestaumel ganz gefressen
Las er erneut von seinem Trumpf
Mit lauter Stimme, rau und dumpf.
 
„Ha jetzt fällt dir nichts mehr ein,
ein bisschen Obst ne Flasche Wein
Ärzte? Bist ein weißer Knilch
Ein Päckchen Butter ein Liter Milch.
 
Er merkts…….
 
Uhm…, seid doch alles Masochisten
Ein Stück Brie und Äpfel aus den Kisten
Quäl zuhause deine Frau
Einmal Aufschnitt von der Sau.
 
Ein lautes „Ahhhhhhh“ in seinem Kopfe ertöhnt
Der Held erkennt, wankt und stöhnt.
Auf beide Knie lässt er sich fallen
Und ließ dabei die Hände ballen.
Seine Kampfesrede in Tintenblau
Geschrieben, auf dem Einkaufszettel seiner Frau.
 
Die Augen geschlossen, der Kopf im Nacken
Hörte man es laut aus seinen Backen.
Die Arme gehen Himmel der Regen prasselt nass
Kniet unser Held verzweifelt auf der Straß.
 
Wo bist du? Du bist doch sonst immer da?
Jetzt antworte mir!
Jetzt brauche ich dich!
Warum redet er denn nicht?
Gebt doch Antwort?
Gibt denn keiner eine Antwort?
Gibt keiner Antwort?
Gibt denn keiner, keiner Antwort?
 
Lange schalt es von der Straße noch,
Salamander lebe hoch.

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