Presse

Zuschauer seit 2003

ca. 818.500 + (Stand 20.4.2016)

Stücke ab 2003

70

WAZ Kultur 13.06.2016 Castrop Rauxel

buddy bild

 

 

Eine mitreißende Musical-Produktion als wunderbares Open-Air-Konzert an einem milden Juni-Abend: Mit "Buddy - Die Buddy Holly Story" ließ das Westfälische Landestheater Castrop - Rauxel (WLT) an drei Abenden in Folge jene Zeit auferstehen, da Psychiater und Artverwandte nicht müde wurden, vor dem aufkommende Rock & Roll als ansteckende Krankheit zu warnen. 

(...) Und zur laufenden Spielzeit neu zum Ensemble gestoßene Sören Ergang, der anfangs den Studiochef Petty gibt, ist später als fettwanstiger Sänger "Big Bopper" gerade zu eine Entdeckung. (...)

(...) Deutch schickt Buddy Holly mit zwei seiner etablierten Stars, Ritchie Valens und Big Popper (macht mit Fatsuit und umwerfender Mimik seinem Namen alle Ehre: Sören Ergang)


 

Ruhr Nachrichten Castrop Rauxel 2.2.2016

lost_in_london_2_volker_beushausenVerloren im Miniatur-London

Die Jungs und Mädels der Klasse 6e waren mehr als zufrieden, mit dem, was Schauspieler Sören Ergang unter der Regie Rike Reiniger da präsentiert. Temporeich und witzig übernimmt er eine Vielzahl von Rollen.  Temporeiches Spiel mit Fingerfiguren und Schauspiel. Sören Ergang leiht jedem Figührchen seine Stimme. Stoische Palastwache, Englischlehrer Ernest, Lise, Karl oder  als pakistanischer Taxifahrer. Ergang brilliert und verausgabt sich 45 Minuten lang. Am Ende gab es noch ein ganz besonderes Lob eines Schülers "Sören, du bist ja noch ein besserer Schauspieler als Harrison Ford" Sören Ergang verbeugt sich lachend mit einem "Chewie, wir sind zuhause."


 

König Drosselbart im Kartenhaus

Greifswald- "Ach hätt' ich nur genommen den König Drosselbart!" Für sich genommen ist der Satz ja metaphorisch ständig anwendbar. Stimmt immer, wenn man etwas verpasst hat und sich darüber so richtig ärgert. Deshalb ist es von erheblicher Bedeutung, schon früh die Möglichkeit verpasster Chancen zu erkennen. Unter der Regie von André Rößler gab es eine Lehrstunde bei dem kleinen Publikum des Theaters Vorpommern. (...) Mal brauchte die Prinzessin ihre Unterstützung oder der Wind, manchmal der Herold des Königs. 326 Heiratskandidaten hatte die Prinzessin Vanessa, über die Maßen schön: Anna Luise Borner, schon abgewiesen. Genau aber dieser Eigensinn ist es, der dem König Drosselbart (Fabian Prokein) imponiert. Nun, auch er bekommt fürs Erste einen Korb. Nummer 327! Tschüss! Simone Steinhorst hat sich für dieses Märchen offenbar an einem langen Nachmittag, an dem es nicht richtig hell wurde, versonnen in eine Märchenwelt aus Spielkarten eingekitscht.  Eine bunte und verrückte Märchenwelt. Mit dem dicken und gutmütigen Wind (Sören Ergang) gab's immer was zu lachen. Wenn er das Schild mit dem Schaf hochhielt, machten die Kinder "Mäh" und jubelten, wenn er das Schild mit der Stadt hochhielt, denn alles gehörte schließlich dem König Drosselbart. "Ach hätt' ich nur genommen...", stöhnte Vanessa und bekam ihn am Ende doch noch, den sympathischen König mit dem Spitzbart. Und war ja selbst nun als Widerspenstige gezähmt. Eine schöne Märchenstunde, viel zu schnell vorbei.

 Ostseezeitung, 18.11.2014 von Juliane Voigt


 

Clerks - Die Ladenhüter

Von Sex, Lebenssinn und Liebe

Clerks - Die Ladenhüter am Theater Vorpommern von Katharina Degrassi

(...) ich kann mein Leben nicht ändern, wenn ich es wollte würde ich es tun, ruft Dante verzweifelt. (...) Die Texte provozieren. Immer wieder geht es um das Extreme. Kurzweilig, urkomisch, tiefsinnig, mit derben Sprüchen und frivolen Dialogen gespickt. Es geht um den Sinn des Lebens, Liebe und Sex.....und Star Wars. Die Darsteller spielen fesselnd, besonders Sören Ergang, Ronny Winter und Katja Hirsch überzeugen. 

 

 


                                                                         OZ 27.Oktober 2015 von Juliane Voigt,  "Der Turm"

Der Turm

(...) Am Samstag war die Premiere im Stralsunder Haus. Andre Rößler hat in seiner Inszenierung große Bögen ebenso gezogen wie feine Linien. (...)Alle erzählen etwas von Aufrichtigkeit und Verrat und wundern sich, wenn er (Christian) mit dem System kollidiert. (...) seine Ideale aufgegeben hat. (...) als er noch versucht Burre zu helfen, der sich nicht helfen lassen will. Burre ertrinkt ergreifend an einer Flasche Wasser. Sören Ergang hat diesen etwas tumben Jungen brilliant hingekriegt. (...)

 

 

 


 

 

"Vom Löwen der nicht schreiben konnte" Nov. 2015 General Anzeiger Bonn von Guido Krawinkel 

löwe
Vom Löwen der nichts schreiben konnte

(...)eine schöne Geschichte ist es, die das Stück erzählt: von Liebe, Mut, Selbstüberwindung und dem Willen, etwas Unbekanntes zu erobern. Gedacht ist es für Kinder ab vier Jahren, die 60 Minuten, die dieses Stück dauert, in vollen Zügen genießen dürften.  Mit Sören Ergang und Julia Roebke werden die beiden Figuren dieses Stückes zudem von zwei großartigen Schauspielern verkörpert, die all ihr Können und Herzblut in die Waagschale werfen, um die Quintessenz der Geschichte ebenso glaubhaft wie liebenswert zu transportieren(....) Hinreißend spielt auch Ergang, der den Löwen als sympathischen, letztlich nur allzu "menschlichen" Charakter mit all seinen Stärken und Schwächen gibt (...) der pädagogische Zeigefinger bleibt immer schön dort, wo er hingehört: in der Versenkung (...)

 


 

 

"The Fantasticks" März 2012 Theater Stendal

The Fantastiks

(…..)Intendant und Regisseur Dirk Löschner hat deswegen die Rahmenhandlung aktualisiert: Herausgekommen ist eine Mischung von Casting-Show und dem sogenannten Reality-TV(......)Matt und Luisa fühlen sich wie Romeo und Julia beziehungsweise wie Pyramus und Thisbe. Sie sind verliebt und können doch nicht zusammensein(........)Die Schauspieler überzeugen gesanglich, ganz besonders Madeleine Haipt als Luisa, Sören Ergang als Matt und Florian Kleine als El Gallo. Die Begleitung durch Gero Wiest am Klavier (auch musikalische Leitung) und Eva Curth an der Harfe ist wundervoll.


PRESSESTIMME Zum weissen Rössel

Beinah die ganze Welt ist himmelblau

(...)

Hier versammelt sich ein Publikum, das keine gehobenen künstlerischen Ansprüche hat, sondern sich über einen österreichisch grantelnden Zahlkellner Leopold, einen berlinernden Giesecke, das Bayrisch der Frau Vogelhuber, den schönen Sigismund und die zahlreichen Schlager, die das Singspiel bietet, amüsieren will. Eine heitere Abwechslung im trüben Urlaubsalltag eines missratenen Sommerbeginns an der Ostseeküste eben.

Das Theater Vorpommern hingegen hängt die Latte sehr viel höher. Da wird die Fassung „Bar jeder Vernunft“ mit den musikalischen Arrangements von Sebastian Undisz geboten, der auch die musikalische Leitung der Band übernommen hat. Christopher Melching setzt treffsicher auf eine naturalistische Bühne und charakteristische bis persiflierende Kostüme. Hier gibt es keine großen Überraschungen, dafür aber genau jenen Spaß, den man von einem solchen Abend erwartet. Regisseur Rainer Holzapfel nutzt das Potenzial dieser Umgebung mit fortschreitender Handlung mehr und mehr. Unterstützung bekommt er dabei vom Choregrafen Ralf Dörnen, der sich nicht nur hübsche Tanzszenen im Dreiviertel- oder Tangotakt, sondern auch eine Menge Bewegung für den höchst engagierten Laienchor ausgedacht hat.

In der Besetzung finden sich keine Musical-Stars oder Operettensänger. Samt und sonders sind die Schauspielerinnen und Schauspieler des Theaters Vorpommern angetreten, um mit mikrofonischer Unterstützung ein hübsches Singspiel aufzuführen. (... ) Claudia Lüftenegger zeigt eine wunderbar frische, stimmgewaltige Josepha Vogelhuber, die das Publikum an allem Kitsch vorbei begeistert. Ronny Winter mimt einen ausgesprochen glaubwürdigen Piccolo. Einen großen Auftritt absolviert Markus Voigt als Wilhelm Giesecke, Unternehmer in Sachen Trikotagen. Trotz einiger Haspler, die er gekonnt überspielt, bewegt er sich gekonnt im Jähzorn, ohne die Grenzen zur Lächerlichkeit zu überschreiten. Vermutlich liegt es einfach am Kostüm, dass Anna Luise Borner als Ottilie ein wenig blass bleibt. Der Gesang jedenfalls überzeugt genauso wie der von Frederike Duggen als lispelndes Klärchen. Großartig findet sich Sören Ergang in die schwierige Rolle des schönen Sigismund ein, zeigt hier ein hervorragendes darstellerisches Können, aber auch, dass der Sigismund am schönsten gesungen ist, wenn keine Parodie daraus gemacht wird. Zur Parodie entwickelt sich allerdings Ihre Majestät, die Jan Bernhardt absehbar zu Bundeskanzlerin Merkel werden lässt. Bernhardt spielt das wirklich überzeugend, auch wenn der Text dann ein bisschen ins Triviale abgleitet. Aber dem Publikum gefällt’s. (...) Dr. Siedler findet in Dennis Junge die absolute Verkörperung. Ausgesprochen souverän in Darstellung und Stimme bleibt Junge geradezu fabelhaft im Team und glaubwürdig bis zuletzt.

Undisz erweist sich einmal mehr als Multitalent. Während er sein Piano und ein paar andere Instrumente bearbeitet, hat er stets den Chor und die Sänger im Blick, unterstützt sie mit unauffälligem Dirigat, während er gleichzeitig seine Band zu jener Leichtigkeit verführt, die der Benatzky-Musik zu eigen sein sollte. Adi Haroni zeigt wahre Jazz-Souveränität an der Geige, und Dank gebührt Viktor Wolf vor allem wegen seines Saxophon-Solos. Kolja Legde am Kontrabass und Julius Heise am Schlagzeug komplettieren den Sound, der klingt, als sei er eben erst entstanden.

Mehr lesen unter http://www.opernnetz.de/seiten/rezensionen/Greifswald_Im_weissen_Rössl_Zerban_150626.html

Michael S. Zerban

www.opernetz.de


 

ãAnatevkaÒ - Der Fiedler auf dem Dach
Musical von Joseph Stein (Buch), Jerry Bock

Jüdischer Überlebenswille prägt Musical "Anatevka"

Greifswald- Gerade erst war von neuerlichen Sparzwängen aus Schwerin die Rede, da kontert das Theater Vorpommern mit der Qualität und Unverzichtbarkeit seiner Leistungsfähigkeit. Konkret: mit dem vorgestern in Greifswald stürmisch gefeierten und absehbar erfolgreichen Musical "Anatevka". Dirk Löschners Inszenierung präsentiert das ukrainische Dorf Anatevka als Lokalität von 1905 wie als Synonym traditioneller jüdischer Befindlichkeit. Es ist Bollwerk festen Glaubens und doch höchst gefährdet. Die Zeiten haben sich geändert. Festgefügt scheinende Verhaltensweisen- etwa die Familienhierachie- lösen sich auf. Judenpogrome gefährden die Existenz, eine zusammengewachsene Dorfgemeinschaft wird zerschlagen und in alle Winde vertreut. Im Individuellen spiegeln sich Umbrüche im Großen, Politischen! Auf der Bühne hat das alles die Stringenz einer unabwendbaren Katastrophe, aber auch die der Demonstration fröhlich-streitbaren wie hartnäckigen Überlebenswillens. Und diese so spannungs- wie kontrastreiche Gratwanderung gelingt eindrucksvoll. Originell die Bühne (Christopher Melching): rot ausgeschlagene, am Ende erschreckend leere Waben, die, übereinandergetürmt und mit handelnden Personen besetzt, einem Fotoalbum mit schönen Bilderrahmen gleichen; Metapher für das Erinnern und die Vergänglichkeit. Auf den Brettern aber viel pralles Leben. Etwas ausgelassene, auch im Chaos geschickt dirigierte Massenszenen und turbulente, auch Rituelles ausdrucksstark einbeziehende Tänze (Maurizio Giannetti). Dazu geschliffene Dialoge in jenem doppelbödigen Stil, der mit dem jüdischen "Schtetl" und Scholem Alechems "Tevje, der Milchmann" so untrennbar verbunden ist. Und dann eine Musik (Jerry Bock), die unangestrengt das chassidische Idiom nutzt und von starker, vor allem tänzerisch hinreißend vitaler Wirkung ist. Die Aufführung des Ganzen - übrigens eine Produktion des Schauspiels!- gelingt in Gestik, Mimik, Sprache und Gesang hinsichtlich der anspruchsvollen Absichten der Autoren auch im Detail sehr überzeugend. [...]


Theater Vorpommern: Maennerhort. Komoedie von Kristof Magnusson, Premiere: 03.04.2014, Stralsund, Gustaf-Adolf-Saal; Inszenierung: Jonas Hien Ausstattung: Christof von Bueren Dramaturgie: Franz Burkhard mit: Alexander Frank Zieglarski (Mario), Soeren Ergang (Eroll), Jan Bernhardt (Helmut) und Marco Bahr (Lars). auf dem Bild: Soeren Ergang © MuTphoto/Gunnar Luesch Tel.: +49(0)179/1473411 e-mail: gunnarluesch@mutphoto.de
Theater Vorpommern: Maennerhort. Komoedie von Kristof Magnusson, Premiere: 03.04.2014

Männerhort

Ekkehard Ochs

Nachtkritik vom 3.2.2014

[...]Der Männerhort im Untergrund – ein verlorener Posten. Als eleganter Action-Comedian tänzelt Marco Bahr in der Rolle des Lars über die Bühne, in schwungvollen Angeber-Posen (Führungskraft, Frauenheld, Smartphone-Virtuose), turnt gar über Zuschauerstühle durch alle Reihen – auf Frauen- >Schau („Ich liebe euch alle“).

Ganz anders Jan Bernhardt als nervöser Helmut, der mit der Erfindung des Männerhorts vor der eigenen Krise flieht: Seinen Piloten-Job hat er lange verloren, aber zu Hause nichts verraten, so dass Ehefrau Alexis shoppend die Schuldenberge auftürmt. Sören Ergang gibt einen impulsiven Eroll, dessen inneres Brodeln schnell mal zum Ausbruch führt: ein Software-Autor, der von der Entschlusskraft Hemingways träumt und lernen muss, wie es schmerzt, wenn seine Conny richtig zurückschlägt.

Der vierte im Bunde ist Alexander Frank Zieglarski als Feuerwehrmann Mario, der Brachial-Macho unter den Machos: Ausgerechnet er zieht schließlich im Frauenkleid zur Erkundung der weiblich-feindlichen Absichten ins Shopping-Paradies aus.

Von Dietrich Pätzold

OZ Kultur vom Sam, 5. April 2014


Nach dem Ende

Eine Theaterkritik von Florian Leiffheidt

Man fühlt sich benommen, erdrückt und verstört nach dem Besuch des Zweipersonenstückes Nach dem Ende von Dennis Kelly in der Inszenierung von Julia Heinrichs, die bereits das Drama Die Waisen desselben Autors am Theater Vorpommern in Szene gesetzt hat.

Dabei ist die Handlung relativ schnell zusammengefasst: Louise (Frederike Duggen) erwacht in einem Bunker, der – wie sich im Verlauf des Stückes herausstellt – Mark (Sören Ergang) gehört. Dieser gibt vor, sie nach einem Anschlag gerettet zu haben. Dabei bleibt offen, was für ein Anschlag wann, an welchem Ort und vor allem von wem verübt wurde. Louise zweifelt mehr und mehr an Marks Version des großmütigen Retters. Es beginnt zwischen den beiden Akteuren zu brodeln – was als Zweifeln beginnt, endet in einer Spirale aus Macht, Ohnmacht, Gewalt und Unterdrückung.

STARKE DARSTELLERISCHE LEISTUNGEN — VOLLER KÖRPEREINSATZ

Den beiden Darstellern kann man ohne Zweifel ein großes Lob aussprechen. Besonders Sören Ergang brilliert als Mark mit seiner Darstellung eines untypisch, ja manchmal beinahe kindlich-naiv wirkenden Psychopathen – und dies, ohne gefühlskalt zu wirken, im Gegenteil: immer wieder durchbrechen Emotionen wie Verzweiflung und Reue seine scheinbar harte Schale. Zudem setzt Ergang ohne Scham auf vollen Körpereinsatz – es gibt keine Grenze mehr für den Darsteller, alles scheint möglich.


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Prinz Pommer

Prinz pommes

(Altmark Zeitung, 20.08.2009)
Die meisten Schulvormittage sind schrecklich für Moppelchen Bodo. Bloß nicht nach vorn an die Tafel, hofft der Junge. Lieber futtern.
Im Klassenzimmertheater kreierte Sören Ergang am Dienstag in der Grundschule “Am Stadtsee” vor und mit der Klasse 3b das Stück “Prinz Pommes” von Michael Miensopust.
Das Stück erzählt im Prinzip den Traum des mopsigen Bodo, der wegen seiner Körperfülle von der ganzen Klasse gehänselt wird, aber gern Unmengen Süßes isst und seinen Frust zuhause am liebsten vor dem Fernseher vergessen macht. … Ute M. Engelhardt hat das Klassenzimmerstück so inszeniert, dass die Drittklässler aktiv mitwirken können, wozu sie von Theaterpädagogen Robert Grzywotz ausgiebig vorbereitet worden waren. … Ein Theaterspiel mit vergnüglicher “Selbstbeteiligung”. Die Klasse 3b jedenfalls agierte mit Feuereifer, wurde mit Rhythmusklatschen zum Begleitchor für den Solisten, der mit ebenso großer Spiellaune Tante Mathilda Leben einhauchte, Trainer für die ganze Klasse wurde und sich zwischendurch immer wieder als Bodo an die Grundschüler wandte, bis er schließlich zum guten Schluss doch nicht mehr Letzter bei den bisher so verhassten Bundesjugendspielen wurde. So schenkt ihm Klassenschönste Maja ein Lächeln.
“Prinz Pommes” wurde beifallsbelohnte Premiere. Darsteller, Regie und Theaterpädagoge gelang ein beispielhaftes Spiel. Sie schafften spielend, Probleme ohne Zeigefinger-Didaktik zu verdeutlichen.


"Waisen", Schauspiel von Dennis Kelly, Inszenierung: Julia Heinrichs, Ausstattung: Eckhard Reschat, Premiere: 08.11.2012 Gustav-Adolf-Saal, Stralsund, 28.11.2012 Rubenowsaal, Greifswald mit: Katja Steuer (Helen) Soeren Ergang (Liam) Markus Voigt (Danny) Nils Hack (Kind, alternierende Besetzung) © MuTphoto/Barbara Braun Tel.: +49(0)177/2944802 e-mail: bb@mutphoto.de
"Waisen", Schauspiel von Dennis Kelly, Inszenierung: Julia Heinrichs, Ausstattung: Eckhard Reschat, Premiere: 08.11.2012 Gustav-

Die Waisen

Mit den „Waisen“ von Kelly stellt das Theater die Frage nach der Verführbarkeit des Menschen. Mit Floskeln reden sich seine Protagonisten um ihre Verantwortung herum.

In jedem von uns steckt ein Monster, auch der Gutmensch kann zum Täter werden. Ungefähr das ist wohl die Moral von der Geschichte, die am Mittwochabend im Rubenowsaal des Theater Vorpommern in Greifswald Premiere feierte: Dennis Kellys Drei-Mann-Stück „Waisen“, inszeniert von Julia Heinrichs.
Als Kammerspiel hat die Züricher Regisseurin Julia Heinrichs dieses Schauspiel inszeniert: Im unpersönlich-schicken Wohnzimmer von Danny und Helen sind die Figuren wie gefangen. Eine umfallende Vase, ein neues T-Shirt — viel mehr Bewegung gibt es nicht in Bühnenbild und Kostümen. Umso mehr fällt der Blick des Zuschauers auf die Worte und Gesten der Schauspieler. Vor allem, wie sich Soeren Ergang als Liam um Kopf und Kragen redet, wie seine coolen Gesten immer größer, sein dümmliches Grinsen immer peinlicher wird, stößt ab und fasziniert. 

Markus Voigt entwickelt aus Danny aus einem anfangs farblosen wie mustergültigen Lebenspartner hin zu einem über seine Kraft selbst erschrockenen Mann. Ein nuancenreiches Wechselbad an Gefühlen mit wechselnden Loyalitäten zwischen Blutsbande, Ehe und selbstbestimmten Glück führte Katja Steuer als Helen vor Augen während Sören Ergang mit der nötigen Prise Bitternis und Unbedingtheit den perspektivlosen, destruktiven wie rassistischen Liam gibt. Nicht ein ungeborenes, fast nicht gewolltes Kind einer mit Trauschein besiegelten Beziehung, sondern ein eingewanderter wie hilfloser wie unschuldiger Familievater stirbt am Ende. „Waisen“ wirft viele Fragen auf, die heute zur Diskussion stehen und über die öffentlich debattiert werden muß. Grundsätzlich steht dabei im Raum, in welcher Gesellschaft wir leben wollen. „Waisen“ gibt dafür einen wunderbaren Anstoß. Der Senf muß vom Publikum kommen.


der besuch
Der Besuch

Der Besuch

Mit der Uraufführung des Stückes “Der Besuch" von H.G. Wells haben Sascha Löschner und Christof von Büren sowohl sich selbst, als auch den 
Schauspielern und ihren Zuschauern Einiges zugemutet. 
Löschners Bühnenadaption des Wellsschen Romans führt dem zunächst 
verwirrten, dann begeisterten Zuschauer unsere zuweilen verdrehte und 
verschrobene Welt mit ihren Abgründen und Perversitäten vor Augen. Die alte Frage, was es heißt, Mensch zu sein, wird hier gestellt und die gebotenen Antworten sind eher verstörend. Wie in einem Zerrspiegel werden menschliche Verhaltensweisen absurd auf die Spitze getrieben. Das Verrückte am Menschsein wird in dieser Stärke erlebbar, da das Publikum Anteil an der Wahrnehmung eines unschuldigen Engels erhält, der als unfreiwilliger “Besuch" unter den Menschen weilen muss. (..) Meisterhaft sorgt Christof von Büren hier immer wieder für neue Überraschungseffekte. Löschner verlangt den Darstellern eine teilweise bizarre Mimik und Gestik ab. Besonders die Figur des Mr. Mendham, männlicher Teil eines sadomasochistisch veranlagten Pärchens, herausragend verkörpert durch Sören Ergang, beeindruckt durch ihre exaltierte Körpersprache und Ausdrucksweise. (...)Trotz der Fülle der Möglichkeiten aus denen die Inszenierung schöpft, seien es die aufscheinenden Aspekte aus Comedia del Arte, Comic oder Pantomime, die musikalischen Untermalungen oder kleine Showeffekte, bleibt dem Stück doch eine erstaunliche Leichtigkeit und Einfachheit erhalten. 
Der Mut Löschners, der hiermit sein Regiedebüt gibt, aber insgesamt auch der Mut des kleinen Stendaler Theaters der Altmark, dieses besondere Stück aufzuführen, scheint sich auszuzahlen. Das zur Premiere am 2.4.2011 voll besetzte Theater sparte nicht mit Applaus.


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Die Wanze

Die Wanze

(Stendaler Volksstimme, 16.11.2009)
" ‘Die Wanze’ ist für nur einen Schauspieler geschrieben. Ganz allein muss dieser sich durch die gesamte Insektenwelt des Vorstadtgartens spielen. (…) Sören Ergang 90 Minuten in Aktion auf der Bühne. Und er spielt sie alle: Muldoon natürlich, aber auch die halbstarken Kakerlaken, den hartgesottenen Kneipenwirt Dixie, die diensteifrigen Ameisensoldaten, die flotte Motte und…und…und. (…) So wird Ergang mit Kittelschürze und Strickzeug zur betulichen Königin der Ameisen, einen Trenchcoat weiter ist er der knallharte Ameisenkommandant Krag. (…) Veränderung in der Stimme und Mimik, eine völlig andere Körperhaltung – und er wird zur Stubenfliege auf Zuckerentzug oder zur vamphaften Wespenkönigin. Sören Ergang zieht alle Register und ist beeindruckend wandlungsfähig. So gab es (…) tosenden Applaus für ‘Die Wanze’, aber vor allen Dingen für einen grandiosen Ergang.

Meisterleistung von Sören Ergang

Lemgo (ti). Über den herrlich abstrusen Inhalt des Gastspiels „Die Wanze“ von krabbelnden, denkenden und sprechenden Insekten mögen sich die Geister scheiden. Aber eine wahre Meisterleistung war die Darbietung von Sören Ergang, der den Insektenkrimi im absoluten Alleingang hinlegte. Zirka zehn verschiedene Charaktere verkörperte der Gastspieler vom Stendaler Theater  in einem rasanten, geradezu fliegenden Tempo. In der 80-minütigen ohne Pause gespielten Inszenierung oblagen ihm auch die Bühnenumbauarbeiten allein. Vom turbulenten Kleider- und Charakterwechsel zum Szenenwechsel, diese Ein-Mann-Show zeigte das überdurchschnittliche, schauspielerische Können des Stendaler Künstlers. Die Besucher des Lemgoer Kulturbahnhofs, die am Samstagabend zur Premiere erschienen waren, zollten Sören Ergang durch langanhaltenden und wiederholten Applaus reichlich Anerkennung. Da es sich bei dem Insektenkrimi „Die Wanze“ von Paul Shipton um ein Theaterstück für Kinder ab 8 Jahren handelt, waren trotz vorgerückter Stunde auch etliche Kinder in Begleitung der Einladung der Freien Theatergruppe Stattgespräch gefolgt. Einige Besucher – und treue Stattgespräche-Fans – ließen sich zu der Aussage hinreißen, dass Sören Ergang sehr gut in das Lemgoer Ensemble passen und es bereichern würde. Kurzum, man bedauerte, ihn in Lemgo nicht des öfteren auf den Brettern, die die Welt bedeuten, bewundern zu können.